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27.03.2021

Pressemitteilung: DITIB Rheinland-Pfalz zieht weitere Konsequenzen wegen Einladung von Şimşirgil: Landesvorsitzender Yılmaz Yıldız tritt zurück

DITIB Rheinland-Pfalz zieht weitere Konsequenzen wegen Einladung von Şimşirgil: Landesvorsitzender Yılmaz Yıldız tritt zurück

Mainz, 27.03.2021: Nach intensiven internen Beratungen unseres Landesvorstandes über die Frage, wie es zur Einladung von Ahmet Şimşirgil zu einer Veranstaltung unserer Landesreligionsgemeinschaft kommen konnte, hat am Abend des 26. März unser Landesvorsitzender Yılmaz Yıldız mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt vom Landesvorstand der Islamischen Religionsgemeinschaft DITIB – Rheinland-Pfalz erklärt.

Zuvor hatte bereits unser Generalsekretär Necdettin Aydın, der das Organisationskomitee leitete, am Dienstag seinen Rücktritt erklärt. Hierzu sagte Herr Yıldız „Ich entschuldige mich beim Landesvorstand der DITIB Rheinland-Pfalz als auch bei allen Gemeindemitgliedern der DITIB bundesweit für den entstandenen Vertrauensschaden. Ebenso entschuldige ich mich bei allen Partnern, die der DITIB Rheinland-Pfalz und den Muslimen bundesweit stets zur Seite gestanden haben, für die Irritationen, die eine solche Einladung hervorgerufen haben muss. Ich möchte hiermit nochmals versichern, dass die medial geäußerten Meinungen von Herrn Şimşirgil weder meine, noch die Meinung der DITIB auch nur annähernd wiedergeben. Als Landesvorsitzender der DITIB Rheinland-Pfalz trage ich die volle Verantwortung für diesen Fehler und erkläre hiermit meinen Rücktritt.“

Der Landesvorstand dankt Herrn Yıldız für diesen Schritt und bedauert, dass seine langjährige Amtszeit, bei der er seit dem Frühjahr 2011 als Landesvorsitzender unserer Landesreligionsgemeinschaft mit viel zeitlichem und persönlichem Einsatz und stetigem Eifer viele positive Beiträge geleistet hat, mit diesem Schritt ein Ende findet. Gleichwohl begrüßen wir seinen Rücktritt als notwendig und richtig und nehmen diesen an. Denn die Einladung einer Person wie Ahmet Şimşirgil, der in seinen Texten und Äußerungen offene Hetze gegen Menschen aufgrund ihrer ethnischen, geschlechtlichen, religiösen oder weltanschaulichen Ansichten betreibt, kann in keiner Weise akzeptiert werden.

Unsere Gedenkkultur an historische Ereignisse, wie auch das Leben und Wirken von Mehmet Akif Ersoy lehren uns, dass nicht die Spaltung, sondern die Versöhnung unser Streben sein muss. Daher müssen wir beim Gedenken stets die Anerkennung des jeweils Anderen ins Zentrum stellen. Bei Gedenken an historische Ereignisse oder Persönlichkeiten darf es nicht darum gehen, neue Grenzen zu ziehen, den eigenen Sieg zu beschwören oder die Überlegenheit des eigenen Glaubens gegenüber Anderen aufzeigen zu wollen. Unsere Aufgabe als Gesellschaft und als Religionsgemeinschaften muss sein, aus den Erfahrungen der Geschichte lernend und grenzenüberschreitend nach Frieden zu streben und die Barmherzigkeit Allahs, die seine gesamte Schöpfung einschließt, zu unserer Vision und auch gelebten Realität werden zu lassen.

Die Würde eines jeden Menschen ist unantastbar. Das ist und muss unser Grundsatz bleiben. Antisemitismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit jeder Art, sowie die Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe, des Glaubens, der Herkunft, der Kultur, alternativer Weltanschauungen oder Lebensweisen, haben keinen Platz in unserer Gesellschaft. Ebenso haben auch Verschwörungsmythen und die Entmenschlichung andersdenkender oder andershandelnder keinen Platz in unserer Gemeinschaft.

Pauschale Verurteilung durch manche Vertreter aus Politik und Medien gegen den gesamten Verband weisen wir zurück. Gleichwohl wird der Vorgang Folgen haben. Wir werden entsprechend Compliance - Richtlinien aufsetzen, um solche Fehler künftig zu unterbinden. Das heißt nicht, dass wir keine kontroversen Debatten zulassen werden – wir müssen uns aktuell selbst einer solchen stellen. Allerdings gibt es Personen, denen wir niemals Raum für menschenverachtende Thesen geben dürfen, wie uns dieser Fall verdeutlicht hat.

Der entstandene Vertrauensverlust ist uns bewusst. Daher werden wir den Austausch mit unseren Partnerinnen und Partnern sowie gesellschaftlichen Akteuren suchen, um neues Vertrauen zu schaffen, damit die friedensstiftende Arbeit und der gesellschaftliche Beitrag der DITIB Rheinland-Pfalz für unser Bundesland erhalten bleibt. Der DITIB Landesverband agiert unabhängig vom Bundesverband und trifft seine eigenen Entscheidungen, so auch hier.



Der Landesvorstand

Islamische Religionsgemeinschaft DITIB – Rheinland-Pfalz



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